Sammelbilder-Hype, Zauberwürfel-Obsession, Tamagotchi-Mania… Trends bei Spielzeugen gab es schon viele. Und dann verliebten sich die Kinder der 90er in das gelbe Pikachu.
Pokémon GO als neues Online-Phänomen
Der Boom der Pokémon-Sammelkarten entwickelte sich schrittweise zum Gaming-Trend und flaute dann ab. Wer hätte gedacht, dass sich die Geschichte wiederholen würde? Die neue App Pokémon GO dominiert den Online-Markt und wurde in weniger als zwei Wochen zu einem globalen Phänomen.

via giphy
Worum geht es eigentlich?
Pokémon GO ist ein Augmented Reality Smartphone-Spiel, das für iOS- und Android-Geräte verfügbar ist. Es wurde von Niantic und Nintendo entwickelt und erst vor wenigen Tagen veröffentlicht.
Kurz gesagt ist es ein hervorragendes Beispiel für die Nutzung von Geocaching in einem Spiel. In der App wandert man durch eine Gegend – eine grafisch neu aufbereitete, authentische Karte der realen Umgebung. Dank dieser Geolocation-Funktion kann man Pokémon aufspüren, sie in einem Pokéball fangen, trainieren oder nach Gyms (Arenen) suchen, in denen man kämpft und in höhere Level aufsteigt. Das Sammeln der Pokémon aktiviert automatisch die Kamera des Smartphones, und man befindet sich direkt in der Augmented Reality. Zudem bringt einen jeder gelaufene Kilometer näher zum Ausbrüten eines Eies. Obwohl das Spiel kostenlos ist, lassen sich Items mit Pokécoins kaufen. Ein geplantes neues Feature namens Pokémon GO Plus soll Bluetooth-Pairing mit anderen Spielern ermöglichen, und auch Vibrations-Benachrichtigungen sind angekündigt.
Klingt das alles etwas verrückt? Werfen wir erst einmal einen Blick auf die Fakten und Statistiken, bevor wir uns ein Urteil bilden 😉
Was macht das Spiel zu einem solchen Phänomen?
- Die Aktivität hat bereits den Spitznamen „Pokémoning“ erhalten. Beim Spielen vergessen die Menschen die reale Welt um sich herum. Die Jagd nach virtuellen Wesen an gefährlichen Orten führte bereits zu Verletzungen und Krankenhausaufenthalten. Sogar erste bewaffnete Raubüberfälle wurden gemeldet. Die Diebe warteten an abgelegenen Pokémon-Locations auf ihre Opfer. „EIN PIKACHU AUF DEM GEHWEG VOR SICH ZU SEHEN, IST FÜR FANS EIN DIGITALER WAHRGEWORDENER TRAUM.“
- Die hohe Nachfrage führte zu Server-Instabilitäten, weshalb das Spiel anfangs nur in den USA, Australien und Neuseeland verfügbar war. Dass es so begehrt ist, hat den Marktwert von Nintendo um fast 12 Milliarden Dollar gesteigert.
- Pokémon wurde zum meistgesuchten Begriff in den Ländern, in denen das Spiel verfügbar ist. Die App schoss an die Spitze der US iTunes Charts. Das entspricht etwa 1,6 Milliarden Dollar pro Tag, und im Play Store rangiert sie in den Top 10.
- Der Hashtag #pokemonGO wurde in 1,4 Millionen Instagram-Posts verwendet und 6,6 Millionen Mal auf Twitter erwähnt – mit 130.000 Tweets in einer einzigen Stunde am vergangenen Sonntagabend. Auf Facebook nutzten fast 100.000 Menschen den Hashtag.
- Menschen schließen sich zusammen und suchen gemeinsam nach den Monstern:
“Irgendwann schrie jemand:
DA IST EIN RIZEROS AUF DER STRASSE!”
- Bei den Nutzerzahlen hat das Spiel Tinder bereits überholt und ist kurz davor, auch an Twitter vorbeizuziehen.
- Was die Politik bisher kaum geschafft hat, erreicht dieses Spiel: Es bringt Amerikanern das metrische System näher, da die App Entfernungen in Kilometern misst. Die Umrechnung von Meilen in Kilometer gehörte zwischenzeitlich zu den meistgesuchten Google-Anfragen.
- Die Jagd nach Pokémon ist so fesselnd, dass andere Social-Media-Trends deutlich weniger Zeit beanspruchen.
- Sogenannte „PokeStops“ finden sich an Sehenswürdigkeiten, Denkmälern, in Parks, an Friedhöfen und an fast jedem erdenklichen Ort. Das motiviert die Menschen, neue Orte kennenzulernen.
Die Entwickler wollten drei Dinge erreichen:
- Menschen zu mehr Bewegung motivieren – durch Belohnung statt Druck
- Neue Freundschaften fördern
- Zur Erkundung der Umwelt anregen
- Es scheint, als hätten sie einen ziemlich guten Job gemacht 🙂
Die Vorteile des Spiels und der Hype um die Pokémon-Jagd sind auch an der Marketing-Welt nicht vorbeigegangen. Wie du diesen Trend nutzen kannst, um deine Marketing-Strategie zu optimieren (online wie offline), erfährst du in unserem nächsten Blogartikel!
Lies die slowakische Version dieses Beitrags auf dem Triad Blog 🙂




