Video-Content gewinnt immer mehr an Beliebtheit und wird voraussichtlich auch im Jahr 2020 die primäre und populärste Inhaltsform bleiben. Wenn man bedenkt, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Zielgruppen mit jeder Generation sinkt (nur 8 Sekunden bei der Gen Z), ist es kaum überraschend, dass Twitter und LinkedIn beschlossen haben, gemeinsam mit anderen Social-Media-Plattformen auf den „Stories“-Zug aufzuspringen.
LinkedIn testet Stories
Ende Februar gab LinkedIn bekannt, Stories intern zu testen. Ziel ist es, dieses interaktive und weniger formelle Format auch in die seriösere Business-Welt zu integrieren.
Wie Pete Davis von LinkedIn sagt: „Manchmal wollen wir einfach nur eine Verbindung herstellen, mit Kollegen lachen und weitermachen.“
Er glaubt, dass Stories mehr Authentizität und Kreativität in den Arbeitsalltag bringen und dabei helfen können, bessere Beziehungen aufzubauen.
LinkedIn Stories könnten vor allem junge Profis ansprechen, da Stories für die jüngeren Generationen zur bevorzugten Kommunikationsform geworden sind.
Statistiken zeigen, dass 70 % der Gen-Z-Nutzer und 59 % der Millennials Instagram Stories schauen.

„Sie fühlen sich wohler dabei, Unterhaltungen in einem bildschirmfüllenden, flüchtigen Format zu beginnen, als Updates zu posten. Sie bevorzugen es, Inhalte zu teilen, die als Moment existieren, statt als permanenter Eintrag in einem Feed“, so Pete.
Die Zeit wird zeigen, ob Stories unter Profis und Unternehmen tatsächlich so populär werden. Eines ist jedoch sicher: Marken haben die Chance, die Aufmerksamkeit ihrer Zielgruppe, potenzieller Partner oder zukünftiger Mitarbeiter auf eine viel lockerere und interaktivere Weise zu gewinnen.
Twitter „Fleets“ – kommen sie bald?
Letzte Woche kündigte Twitter an, mit dem Testen einer eigenen Version von Stories zu beginnen: „Fleets“. Obwohl Fleets den normalen Stories sehr ähnlich sind, betont Twitter „einige bewusste Unterschiede, um das Erlebnis stärker auf das Teilen und Sehen von Gedanken zu fokussieren.“
Das Hauptziel von Fleets ist es, Nutzern die Möglichkeit zu geben, ihre Gedanken privater zu teilen. Wie Kayvon Beykpour, Produktleiter bei Twitter, in seinem Tweet mitteilte: „Leute sagen uns oft, dass sie sich beim Tweeten nicht wohl fühlen, weil Tweets für jeden sichtbar sind, man auf sie antworten kann und sie sich permanent und performativ anfühlen (wie viele Likes & Retweets wird das wohl bekommen!?)“
Deshalb führt Twitter die Option der „flüchtigen Gedanken“ ein. Diese erscheinen nicht in der Timeline wie normale Tweets, sondern nur im Profil, verschwinden nach 24 Stunden und können weder retweetet noch kommentiert werden. Interaktionen sind nur via DM möglich.

TechCrunch erklärte einen wesentlichen Unterschied zu normalen Stories:
„Um die verschiedenen Fleets eines Nutzers anzusehen, wischt man nach unten, anstatt sich horizontal durch Antippen der Bildschirmränder vorwärts zu bewegen. Um zum Fleet der nächsten Person zu gelangen, wischt man nach links.“
Diese Art der Navigation könnte sich basierend auf dem Nutzer-Feedback jedoch noch ändern.
Derzeit werden Fleets in Brasilien für iOS und Android getestet, bevor Twitter entscheidet, sie offiziell für andere Märkte einzuführen. Es wird wahrscheinlich noch einige Monate dauern, bis wir sie selbst testen können.
Letztendlich sind Stories für LinkedIn und Twitter keine große Überraschung; es war etwas, das früher oder später jeder erwartet hat. Die Frage ist nun, ob Unternehmen in die Falle tappen, denselben Content über alle Plattformen zu recyceln, oder ob sie den Schritt weitergehen und das Format kreativ nutzen, um verschiedene Zielgruppen anzusprechen.




