Wenn du Inhalte für Marken postest, hast du in Kundenmeetings sicher schon eine Version davon gehört, meistens in etwa so: “Sollten wir uns überhaupt noch mit Foto-Posts aufhalten?” Die Antwort kam im Juli 2026 in einem Q&A direkt von Adam Mosseri, dem Head of Instagram: Fotos verschwinden nicht, und sie abzuschaffen stand nie zur Debatte.
Warum sich der Mythos so hartnäckig hält
Wie die meisten langlebigen Mythen entstand auch dieser aus einem wahren Kern. Mosseri selbst räumte in der Session ein: Video hat das Wachstum von Instagram in den letzten Jahren maßgeblich vorangetrieben. Zählt man die Aussagen aus dem Jahr 2021 dazu, dass Instagram “keine reine Foto-Sharing-App mehr” sei, dazu jahrelange Reel-fokussierte Feature-Launches und die Erfahrung fast aller Social Media Manager, dass Videos bei der Reichweite besser abschneiden als Standbilder, fühlt sich die Schlussfolgerung “Video only” wie eine logische Fortführung an. Ist sie aber nicht. Wachstumsstrategie und Produktidentität sind zwei verschiedene Dinge – und wer sie vermischt, sitzt dem Mythos auf.
Was Mosseri tatsächlich bestätigt hat
In dem Q&A widersprach Mosseri der Vorstellung, Instagram würde sich nicht mehr für Fotos interessieren. Fotos bleiben ein zentraler Bestandteil des Erlebnisses, und er hob besonders Carousels als das Format hervor, in dem sie glänzen: Carousels können Fotos, Videos oder beides sein, und ein Großteil davon besteht nach wie vor rein aus Fotos. Der wichtigere Rahmen, den er steckte: Instagram möchte die Heimat für verschiedene Formen visueller Kreativität sein, und Bilder sind dabei ein wesentliches Element. Metas eigene Creator-Ressourcen behandeln Foto-Posts und Carousels weiterhin als erstklassige Formate – was zur Produktrealität passt: Foto-Features werden weiterhin gelauncht und nicht eingestellt.
Das richtige mentale Modell lautet nicht “Video ersetzt Fotos”, sondern: “Video sorgt für Wachstum, Fotos sorgen für Tiefe.” Videos gewinnen durch Empfehlungen neue Zielgruppen; Fotos und Carousels bedienen die Zielgruppe, die du bereits hast. Besonders Carousels erzielen beständig hohe Speicherzahlen und Engagement über mehrere Impressionen hinweg.
Was du tun solltest, statt in Panik zu geraten
Setze auf einen bewussten Format-Mix, anstatt alles auf eine Karte zu setzen. Ein praktischer Split für die meisten Marken-Accounts: Reels für die Reichweite, Foto-Carousels für Education, Produktdetails und Community-Inhalte, Einzelfotos für aktuelle oder ästhetische Momente. Lass dann deine eigenen Insights das Verhältnis anpassen; die Daten deines Accounts schlagen jede allgemeine Regel. Diesen Mix zu planen ist einfacher, wenn die Formate in einem content calendar auf einen Blick sichtbar sind, damit ein Monat voller versehentlicher Nur-Video-Inhalte niemandem entgeht. Und da auf Formatfragen immer Reichweitefragen folgen, schau dir an, was Mosseri in dieser Serie darüber sagt, woher Reel-Reichweite wirklich kommt und wie die Instagram-Suche deine Fotos liest.
FAQ
Wird Instagram Fotos entfernen und eine reine Video-Plattform? Nein. Im Q&A vom Juli 2026 antwortete Mosseri unmissverständlich: “Das war nie der Plan und wird es auch nie sein.”
Straft der Instagram-Algorithmus Fotos ab? Nein. Fotos werden nicht abgestraft; Videos erhalten lediglich tendenziell mehr Empfehlungen. Fotos und Carousels bleiben voll unterstützte Formate.
Sind Carousels Fotos oder Videos? Beides. Carousels können Fotos und Videos in einem Post kombinieren, und Mosseri betonte, dass viele davon immer noch reine Foto-Posts sind.
Sollten Marken im Jahr 2026 noch Foto-Inhalte posten? Ja. Fotos und Carousels fördern das Engagement und die Bindung zu deiner bestehenden Community, während Videos für die Discovery zuständig sind. Ein Mix ist besser als jedes Extrem.
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