Wenn du einen Instagram-Account verwaltest, hast du dich wahrscheinlich schon gefragt, ob der Fokus auf Reels heimlich deine Fotoposts einschränkt oder ob du Reichweite einbüßt, wenn du Reels ignorierst. Adam Mosseri, der Leiter von Instagram, hat dies kürzlich in einer seiner Q&A-Sessions direkt angesprochen. Die kurze Antwort lautet: Nein, sie konkurrieren nicht miteinander.
Was er tatsächlich sagte: „Es ist ein einziges Ranking-System, das versucht zu verstehen, was den Leuten gefällt.“
Es gibt nur ein Ranking-System
Instagram nutzt keine separaten Algorithmen für Fotos, Reels und Carousels. Es verwendet ein einziges Ranking-System, das analysiert, was eine bestimmte Person interessiert, und ihr dann mehr davon zeigt – unabhängig vom Format. Instagrams eigener Beitrag zum Thema Ranking-Erklärung bestätigt dieses Prinzip im Detail. Das System basiert auf der Relevanz für den Betrachter und nicht darauf, einen bestimmten Content-Typ zu bevorzugen oder zu bestrafen. Das ist wichtig, weil es deine Strategie verändert: Du wählst nicht bei jedem Publish zwischen zwei konkurrierenden Systemen, sondern fütterst ein System mit Informationen darüber, was deiner Zielgruppe gefällt.
Warum Engagement oft formatübergreifend wirkt
Da das Ranking-System das Interesse auf Account- und Themenebene und nicht auf Formatebene verfolgt, werden Engagement-Signale meist übertragen. Wenn deine Zielgruppe regelmäßig deine Reels ansieht, kommentiert oder teilt, ist die Wahrscheinlichkeit statistisch höher, dass sie auch mit deinen Fotos und Carousels interagiert, da das System bereits gelernt hat, dass dein Account relevant ist. Das gilt auch umgekehrt: Ein starker Fotopost kann die Auffindbarkeit eines später veröffentlichten Reels steigern, weil das gemessene Signal das Interesse an dir ist, nicht die Vorliebe für ein Format.
Ein Mythos, den wir verabschieden sollten
Es hält sich hartnäckig der Glaube, dass „der Algorithmus Reels bevorzugt“. Darin steckt ein Funken Wahrheit: Instagram pusht Videos in Discovery-Bereichen wie Explore aggressiver, da Videos starke Watch-Time-Signale liefern, die leicht messbar und skalierbar sind. Aber das ist eine strategische Entscheidung zur Neukundengewinnung und keine Ranking-Benachteiligung von Fotos für deine bestehenden Follower. Diese Unterscheidung zu ignorieren führt dazu, dass viele Accounts aus „Algorithmus-Angst“ zu viel in Reels investieren, anstatt das Format zu wählen, das am besten zu ihrer Story passt. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel darüber, ob du wirklich jedes Instagram-Format benötigst.
Was das für deinen Content-Mix bedeutet
Die praktische Schlussfolgerung lautet: Wähle das Format basierend auf dem Inhalt, nicht basierend auf einem vermeintlichen Ranking-Vorteil. Ein Product-Launch lässt sich vielleicht am besten als Carousel erzählen, das durch die Features führt. Ein Blick hinter die Kulissen funktioniert oft besser als schnelles 15-sekündiges Reel. Ein starkes Zitat oder eine Statistik erzielt die größte Wirkung oft als einzelnes, gut gestaltetes Foto. Keine dieser Entscheidungen bringt versteckte Nachteile mit sich. Was wirklich zählt, sind Relevanz, Watch-Time, Saves und Shares. Denke auch daran, dass die Performance direkt nach dem Posten nur ein Teil des Bildes ist; unser Artikel über First-Hour Engagement erklärt, warum ein langsamer Start nicht bedeutet, dass ein Format gescheitert ist.
Wenn du diesen Mix über mehrere Wochen planst, hilft dir ein strukturierter Content Calendar dabei, objektiv zu sehen, ob sich die Performance deiner Fotos, Reels und Carousels bei deiner spezifischen Audience unterscheidet, anstatt dich auf allgemeine Mythen zu verlassen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Bevorzugt der Instagram-Algorithmus Reels gegenüber Fotos? Nicht beim Ranking für deine Follower. Instagram priorisiert Videos zwar in Discovery-Bereichen für neue Zielgruppen, aber das hat keinen Einfluss darauf, wie dein Content den Menschen angezeigt wird, die dir bereits folgen.
Sinkt meine Engagement-Rate, wenn ich von Fotos zu Reels wechsle? Nicht zwangsläufig. Engagement-Raten variieren je nach Format, da das Nutzerverhalten unterschädlich ist. Eine starke Reels-Strategie geht jedoch nicht zulasten deiner Foto-Performance.
Kann ich Formate mischen, ohne meine Reichweite zu gefährden? Ja. Da es ein einheitliches System gibt, das auf Relevanz basiert, ist ein Mix der Formate sogar gewünscht und kein Risiko.
Wie entscheidet Instagram, was wem angezeigt wird? Das System prognostiziert die Relevanz basierend auf dem bisherigen Verhalten eines Nutzers mit ähnlichen Inhalten und Creatoren – unabhängig vom Format.
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