Vom Ursprung zum Opt-in: Der chronologische Feed

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Posts der Reihe nach. Kein Algorithmus. Keine Geheimnisse.

Ein chronologischer Feed zeigt Posts in der Reihenfolge an, in der sie veröffentlicht wurden, wobei die neuesten Inhalte zuerst erscheinen. Er ist das Gegenteil eines algorithmischen Feeds – kein Ranking, keine Vorhersagen darüber, was du sehen möchtest, sondern eine reine zeitbasierte Sortierung. In den Anfängen der sozialen Medien war dies der Standard. Heute ist es meist eine Opt-in-Funktion, die tief in den Einstellungen versteckt ist.

Warum haben Plattformen den chronologischen Feed aufgegeben?

Plattformen wie Facebook, Instagram und Twitter sind auf algorithmische Feeds umgestiegen, weil diese ein höheres Engagement fördern. Ein Algorithmus kann erkennen, mit welchen Posts du am ehesten interagierst, wodurch du länger scrollst und mehr Anzeigen siehst. Chronologische Feeds zeigten im Gegensatz dazu alles von den Konten, denen du folgst, der Reihe nach an – was bedeutete, dass du das Ende deines Feeds erreichen und die App verlassen konntest. Das ist schlecht für die Werbeeinnahmen und Plattform-Metriken. Der Wechsel vollzog sich bei den meisten großen Plattformen schrittweise zwischen 2015 und 2020.

Was ist der Unterschied zwischen chronologischen und algorithmischen Feeds?

Ein chronologischer Feed zeigt jeden Post von Konten, denen du folgst, die neuesten zuerst. Ein algorithmischer Feed kuratiert Inhalte basierend auf Engagement-Mustern, deinem bisherigen Verhalten und dem, was die Plattform für relevant hält, um dich zu binden. Bei einem chronologischen Feed siehst du Posts von jedem, dem du folgst – selbst von Konten, die selten Interaktionen erhalten. Bei einem algorithmischen Feed priorisiert der Algorithmus Posts, bei denen er ein Engagement vorhersagt. Das führt oft dazu, dass reichweitenstarke Inhalte von populären Konten verstärkt werden, während andere Posts untergehen.

Kann man auf Social Media noch einen chronologischen Feed nutzen?

Ja, aber man muss ihn aktiv aktivieren. Instagram ermöglicht den Wechsel zum chronologischen Feed, indem man auf das Instagram-Logo tippt und „Gefolgt“ auswählt. Facebook bietet eine Option „Neueste“ in der linken Seitenleiste oder im Feeds-Menü an. Twitter (X) hat einen Schalter für „Neueste Posts“. TikTok bietet keinen echten chronologischen Feed an, obwohl der „Folge ich“-Tab ihm näher kommt als die „Für dich“-Seite. Der „Abos“-Tab auf YouTube zeigt Videos der Reihe nach an. Der Haken: Die meisten Plattformen setzen dich nach dem Ausloggen oder Aktualisieren wieder auf den algorithmischen Feed zurück.

Warum sollte man einen chronologischen Feed nutzen?

Einige Nutzer bevorzugen chronologische Feeds, weil sie sehen möchten, was ihre Freunde und Lieblings-Creator tatsächlich gepostet haben, ohne dass ein Algorithmus für sie entscheidet. Marketer und Creator bevorzugen chronologische Feeds manchmal, weil jeder Post eine faire Chance hat, von den Followern gesehen zu werden, und nicht nur diejenigen, von denen der Algorithmus glaubt, dass sie am besten performen. Für Gelegenheitsnutzer kann sich ein chronologischer Feed weniger überfordernd anfühlen – man sieht die Inhalte der Reihe nach, anstatt dass die App alte Posts von vor Tagen basierend auf vorhergesagtem Engagement einblendet.