Jeder, der Partnership-Content auf Instagram erstellt, stößt früher oder später auf diese Frage: Sollte man den anderen Account markieren oder den Post als Collaboration aufsetzen? Beide sehen im Feed ähnlich aus, verhalten sich aber nach der Veröffentlichung grundlegend anders. Adam Mosseri, der Chef von Instagram, hat die Mechanik in einem Q&A klar erläutert – und dieser Unterschied hat massive Auswirkungen darauf, wie weit dein Partnership-Content tatsächlich verbreitet wird. Was er dazu sagte:
“Es ist ein Post, der zwei Autoren hat.”
Ein Collab post hat zwei Autoren, nicht nur einen
Ein Collaboration post ist ein einzelnes Content-Stück, das zwei Accounts gleichzeitig zugeschrieben wird. Beide Accounts erscheinen als Autoren über dem Post, beide können die Insights einsehen und verwalten, und für beide Audiences wird der Post organisch im Feed ausgespielt. Letzteres ist der entscheidende Unterschied. Anstatt nur die eigenen Follower zu erreichen, wird der Post auch für die Follower deines Kooperationspartners sichtbar, was die potenzielle Reichweite effektiv verdoppelt, ohne dass ein bezahlter Boost nötig wäre. Im Hilfe-Bereich von Instagram zu Collab posts werden die technischen Details der Einrichtung genauer erläutert.
Tagging dient nur der Nennung, nicht der Distribution
Einen Account zu taggen (markieren), ist ein wesentlich kleinerer Schritt. Es fügt dem Post eine anklickbare Erwähnung hinzu, was nützlich ist, um Quellen, Fotografen oder Orte zu nennen. Es ändert jedoch nichts daran, wem der Post angezeigt wird. Ein markierter Post wird weiterhin nur an deine eigenen Follower ausgespielt. Die Audience des markierten Accounts bekommt ihn nicht automatisch im Feed zu sehen, nur weil sie erwähnt wurde. Dies überrascht viele Social Media Manager, da ein Tag und ein Collab-Credit im Header des Posts optisch fast identisch wirken können.
Warum das für Brand-Partnerships wichtig ist
Wenn das Ziel einer Partnerschaft echte gemeinsame Reichweite ist, ist ein Collab post fast immer das stärkere Tool. Zwei Brands, die eine gemeinsame Kampagne, eine Influencer-Partnerschaft oder einen Co-Branded Product Launch planen, profitieren weitaus mehr von einem Collab-Credit als von einem einfachen Tag. Der Content wird so aktiv an beide Zielgruppen ausgespielt, statt nur für eine Seite referenziert zu werden. Tagging hat weiterhin seine Berechtigung, besonders für einmalige Nennungen oder wenn eine vollständige Co-Autorenschaft nicht angebracht ist. Es sollte jedoch nicht als Strategie für mehr Reichweite missverstanden werden. Die gleiche Logik des “einen Ranking-Systems”, die wir in unserem Artikel über Reels versus Fotos behandelt haben, gilt auch hier: Reichweite basiert auf Relevanz-Signalen, nicht auf dem Format des Posts.
Checkliste für die praktische Umsetzung
Bevor du einen Partnership-Post veröffentlichst, solltest du einige Dinge mit dem Partner-Account klären. Beide Parteien müssen die Collaboration-Einladung annehmen, damit der Post als echter Collab post live geht, und beide müssen damit einverstanden sein, die Autorenschaft und den Zugriff auf die Insights zu teilen. Es lohnt sich auch, die Hoheit über die Caption vorab zu klären – besonders wenn du die neuere Instagram-Option nutzt, um mehrere Captions für ein einzelnes Carousel zu erstellen, da diese Entscheidung beide Partner betrifft.
Wenn du regelmäßig Partnership-Content erstellst, solltest du in deinem Content Calendar nachhalten, welche Posts als volle Collabs und welche als einfache Tags geplant wurden. So kannst du die Reichweite vergleichen und den Nutzen gegenüber Stakeholdern und Partnern belegen.
Häufig gestellte Fragen
Müssen beide Accounts einem Collab post zustimmen? Ja, der eingeladene Account muss die Anfrage annehmen, bevor der Post als gemeinsamer Beitrag erscheint und in den Feeds seiner Follower ausgespielt wird.
Zählt ein Collab post doppelt im Grid jedes Accounts? Er erscheint auf beiden Profilen, ist aber ein einzelner Post mit geteilten Insights, kein zwei separates Uploads.
Kann ich einen markierten Post später in einen Collab post umwandeln? In der Regel nein. Die Collaboration muss zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eingerichtet werden. Entscheide dich also vorher für das passende Setup.
Ist ein Collab post besser für Paid Partnerships als Tagging? Für echte Reichweiten-Ziele: Ja. Wenn das Ziel lediglich darin besteht, jemanden zu nennen, ohne die Reichweite seiner Audience zu benötigen, reicht Tagging aus.
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