Fast 4,5 Milliarden Menschen weltweit besitzen heute mindestens einen Social-Media-Account.
TikTok erlebt ein explosives Wachstum und erreichte 2021 die Marke von 1 Milliarde monatlicher Nutzer.
Auch Instagram verzeichnet rund 1 Milliarde monatliche Nutzer.
Und obwohl Facebook bei der Gen Z nicht mehr so angesagt ist, belegt es mit stolzen 2,93 Milliarden globalen Nutzern immer noch den Spitzenplatz.
Im Jahr 2022 ist es keine Frage mehr: Du musst Social Media Plattformen für dein Business nutzen.
Warum ist es so schwer, die richtige Social Media Plattform für dein Unternehmen zu wählen?
Ich weiß – die Antwort auf diese Frage ist nicht immer einfach.
Letztes Jahr haben wir beispielsweise erlebt, wie Clubhouse öffentlich startete und TikTok, Instagram und Whatsapp in den App Stores überholte. Doch heute sagen viele, die App sei am Aussterben und die Nutzerzahlen sinken. Wird sie langfristig überhaupt bestehen? Wer weiß das schon?
Hätte dies deinem Business einen Vorteil verschafft oder wäre es eine Fehlentscheidung gewesen?
Manche Unternehmen konnten so sehr schnell eine große Audience aufbauen und sich als erste Thought Leader in ihrer Nische positionieren.
Für andere wiederum war die Zielgruppe vielleicht einfach nicht auf Clubhouse, oder ihr Audio-Content war nicht überzeugend genug. In diesem Fall überstiegen die Kosten den Nutzen – jede weitere investierte Minute bedeutete einen finanziellen Verlust.
Jedes Unternehmen ist einzigartig. Was für den einen die richtige Wahl ist, kann für den anderen völlig falsch sein.
Zwei Faktoren entscheiden darüber, ob eine Social Media Plattform für dein Business funktioniert:
- Die Demografie der sozialen Netzwerke
TikTok ist bekanntlich bei der Gen Z extrem beliebt, während ältere Zielgruppen eher auf Facebook zu finden sind. Pinterest hat sich als Wachstumstreiber für E-Commerce-Unternehmen erwiesen, die primär Frauen ansprechen. - Was kann dein Team am besten umsetzen?
Jede Social Media Plattform hat ihre eigene Lernkurve. Es funktioniert definitiv nicht, exakt den gleichen Content auf jeder Plattform zu posten und überall den gleichen Erfolg zu erwarten.
Ein Beispiel: Manche Influencer auf Instagram haben 10 Millionen Follower, aber nur 10.000 Abonnenten auf YouTube, selbst wenn sie dort 12–18 Monate lang konsistent gepostet haben.
Letztendlich sind du und dein Team vielleicht in bestimmten Content-Formaten einfach besser. Wenn niemand vor der Kamera stehen möchte, fallen YouTube oder TikTok als primäre Kanäle wahrscheinlich weg.
So verlockend es auch ist, Accounts auf jedem Netzwerk zu eröffnen: Nicht jede Plattform wird denselben ROI (Return on Investment) für dein Business liefern.
Wie also soll ein Unternehmen die richtige Entscheidung treffen?
Welche Social Media Plattform solltest du wählen?
Wenn du die passende Plattform für dein Unternehmen finden willst, folge diesen 5 einfachen Schritten:
- Schritt 1: Wer ist deine Zielgruppe?
- Schritt 2: Was macht die Konkurrenz?
- Schritt 3: Was sind deine Ziele?
- Schritt 4: Welche Ressourcen hast du zur Verfügung?
- Schritt 5: Experimentieren und Resultate messen
Schritt 1: Wer ist deine Zielgruppe?
Ein klares Verständnis deiner Zielgruppe ist von Anfang an der entscheidende Faktor für deinen Erfolg.
„Finde deine Nische. Wenn du versuchst, an jeden zu verkaufen, verkaufst du an niemanden.“
Indem du deinen idealen Kunden präziser definierst, grenzt du automatisch auch die Auswahl der Social Media Plattformen ein.
Beispiel 1: B2B-Unternehmen, das Banken-CEOs anspricht
Wenn du CEOs von mittelständischen Bank- und Finanzunternehmen erreichen willst, ist LinkedIn der natürliche Match. Der LinkedIn Sales Navigator bietet leistungsstarke Tools zum Targeting von Führungskräften, und mit LinkedIn Ads kannst du deine Audience präzise nach Jobrollen und Branchen segmentieren.
Auf diese Weise kannst du CEOs direkt finden und kontaktieren, ohne Werbebudget für die falsche Zielgruppe zu verschwenden. LinkedIn ist ideal für Unternehmen mit einer gezielten B2B-Sales- und Business-Development-Strategie.
Vergiss nicht, passende LinkedIn Hashtags zu nutzen, um deine Reichweite in der Zielgruppe zu erhöhen.
Beispiel 2: B2C-Unternehmen für Designer-Yogamatten
Wenn du hingegen Designer-Yogamatten für 80 $ verkaufst und Frauen der Generation Y in den USA ansprichst, sollte Instagram einer deiner ersten Kanäle sein.
Die 25- bis 34-Jährigen bilden die größte Werbezielgruppe auf Instagram. Fitnessprodukte verkaufen sich dort traditionell sehr gut. Ganze E-Commerce-Brands mit Millionenumsätzen sind ausschließlich auf Instagram entstanden und gewachsen.
Die Plattform bietet zudem Funktionen wie Shopping-Tags, Instagram Stories, Reels, Highlights und Bio-Links. All das lässt sich nutzen, um direkt an Kunden zu verkaufen – was Instagram zu einer der stärksten Plattformen für physische Produkte macht.
Beispiel 3: Video-Game-App
Eine Plattform wie Discord wäre für die obigen Beispiele nicht ideal. Discord ist auf 250 Millionen Nutzer angewachsen, primär innerhalb der Gaming-Community. Wenn du aber eine neue Video-Game-App launchst, ist Discord genau der richtige Ort.
So erstellst du eine Target Audience Persona
Der beste Weg, deine Zielgruppe zu verstehen, ist ein Blick auf deine aktuellen Kunden. Falls du gerade erst startest, definiere sehr spezifisch, wie dein Wunschkunde aussieht.
Wichtige Faktoren:
- Alter
- Geschlecht
- Standort
- Bildung
- Einkommensniveau
- Konsumgewohnheiten
Weitere relevante Fragen:
- Wo halten sie sich online auf? Was sind ihre liebsten Plattformen? Scrollen sie gerne durch den IG-Feed? Oder haben sie Facebook bereits gelöscht und sind nur noch auf Twitter zu finden?
- Von wem werden sie beeinflusst? Welchen Marken und Influencern folgt deine Zielgruppe normalerweise? Und auf welchen Kanälen sind diese Marken präsent?
Ein Beispiel für eine visuelle Persona könnte so aussehen:
Schritt 2: Was macht die Konkurrenz?
Es ist strategisch klug zu beobachten, welche Plattformen deine Wettbewerber nutzen und wie erfolgreich sie dort sind.
Wenn alle Konkurrenten auf Twitter florieren, aber auf Facebook kaum Resonanz erhalten, ist das ein klares Indiz dafür, dass dies auch für dein Business gelten könnte.
Das bedeutet jedoch nicht, dass du die Content-Strategie der Konkurrenz einfach kopieren solltest.
Vielmehr geht es darum, Stärken und Schwächen zu analysieren. Schau dir an, was du besser machen kannst, und entwickle einen Plan, der deine eigenen Stärken ausspielt.
Nehmen wir an, du leitest eine Videoproduktions-Agentur. Du postest wöchentlich Tutorials auf YouTube. Deine Konkurrenten tun das auch.
Du bemerkst, dass TikTok immer größer wird, aber noch keiner deiner Wettbewerber dort ist, weil sie es für eine „Kinder-App“ halten. Deine Kunden haben die App jedoch längst installiert.
Du entscheidest dich, deinen Content zu repurposen und kurze 15-Sekunden-Tutorials für TikTok zu erstellen. So nutzt du eine neue Plattform, um deine Zielgruppe vor der Konkurrenz zu erreichen – mit minimalem Zusatzaufwand.
Der Blick auf die Konkurrenz zeigt dir, wie du deine Brand differenzieren kannst. Zudem erhältst du wertvolle Insights darüber, welcher Content funktioniert und was die nächsten Schritte der Mitbewerber sein könnten.
So analysierst du die Social-Media-Performance deiner Konkurrenz:
- Seit wann sind sie auf der Plattform?
- Wie oft wird gepostet?
- Wie hoch ist das Engagement?
- Wächst die Audience?
- Wie viele Follower haben sie? (Achte dabei auf mögliche Bots).
Schritt 3: Was sind deine Ziele?
Möchtest du die Brand Awareness steigern?
Lead-Generierung oder B2B-Sales erhöhen?
Das Community Engagement verbessern?
Produkte direkt verkaufen?
Deine Audience aufbauen und die Brand stärken?
Traffic auf deine Website lenken?
Vielleicht verfolgst du auch eine Kombination dieser Ziele.
Du fragst dich vielleicht: Wie helfen mir Ziele dabei, eine Plattform zu wählen?
Ganz einfach: Manche Plattformen sind für bestimmte Zwecke besser geeignet als andere.
LinkedIn ist hervorragend für B2B-Marketing geeignet.
Instagram eignet sich perfekt für den Abverkauf von E-Commerce-Produkten.
Deine Ziele definieren dein Budget und treiben deine Social Media Strategie voran.
Sobald du deine übergeordneten Ziele kennst, solltest du sie in kleinere KPIs (Leistungskennzahlen) unterteilen.
Wenn das Ziel „Website-Traffic“ lautet, können die KPIs beispielsweise folgende sein:
- E-Book-Downloads
- Webinar-Anmeldungen
- Newsletter-Abonnements
Anschließend musst du diese Ziele tracken.
Das ist essenziell: Du willst nicht jeden Monat zahllose Stunden in Kanäle investieren, die außer „Vanity Metrics“ keine Ergebnisse liefern. 10.000 Follower bringen keinen echten Wert, wenn sie nicht auf deine Business-Ziele einzahlen.
Schritt 4: Welche Ressourcen hast du zur Verfügung?
Seien wir ehrlich: Welchen Content kannst du wirklich gut UND konsistent erstellen?
Wenn du gut darin bist, Listicles zu schreiben und einen starken Blog hast, kannst du via Pinterest Traffic auf deine Inhalte lenken.
Besteht dein Team aus 10 Personen, von denen niemand Lust auf Videoproduktion oder Schnitt hat, dann ist YouTube vermutlich nicht die richtige Wahl.
Wenn du hingegen ein Naturtalent für kurze, prägnante Tweets bist, dann nutze genau das!
Bedenke diese Faktoren:
- Wer erstellt und postet den Content tatsächlich?
Welche Skills sind im Team bereits vorhanden? Gibt es jemanden mit einer Leidenschaft für Audio oder eine begnadete Texterin?
- Wie viele Plattformen schaffst du realistisch?
Konsistenz erfordert viel Aufwand. Zusätzlich musst du Analytics im Blick behalten, Performance auswerten und auf DMs sowie Kommentare antworten. Das Management mehrerer Kanäle kostet Zeit und Ressourcen. - Wie viel Zeit braucht dein Business, um einen neuen Kanal zu lernen?
Wie funktioniert der Algorithmus? Welcher Content performt am besten? Hast du jemanden im Team, der bereits erfolgreich Communities aufgebaut hat, oder steht euch eine steile Lernkurve bevor?
Was auch immer du tust: Bleib konsistent.
Im Bereich Social Media gilt: Konsistenz = Ergebnisse.
Schritt 5: Experimentieren und Resultate messen
Es gibt keinen Grund, sich sofort für immer auf eine Plattform festzulegen. Oft siehst du auf einem Kanal viel schnellere Erfolge als auf einem anderen.
Idealerweise wählst du 2–3 Plattformen aus und testest die Performance über einen gewissen Zeitraum.
Zu testende Faktoren:
- Zeitaufwand
Wie lange dauert die Content-Erstellung, die monatliche Planung sowie das Posten und Monitoring? - Ressourcenkosten
Was kostet die Produktion finanziell? Werden externe Videocutter oder Texter bezahlt? - Performance
Wie effektiv werden die Business-Ziele erreicht?
Beispiel 1: Verkauf von Designer-Yogamatten
Ziel: Sales generieren (Preis pro Matte: 80 $)
| Zeitkosten (50 $ pro Stunde) | Ressourcenkosten | Gesamtkosten pro Woche | Sales pro Woche | Umsatz pro Plattform | Profit pro Plattform | |
| 3 Stunden | 150 $ pro Woche | 150 $ + 150 $ = 300 $ | 36 | 36 x 80 $ = 2.880 $ | 2.880 $ – 300 $ = 2.580 $ | |
| TikTok | 4 Stunden | 120 $ pro Woche | 200 $ + 120 $ = 320 $ | 9 | 9 x 80 $ = 720 $ | 720 $ – 320 $ = 400 $ |
| 2 Stunden | 50 $ pro Woche | 100 $ + 50 $ = 150 $ | 3 | 3 x 80 $ = 240 $ | 240 $ – 150 $ = 90 $ |
In diesem Beispiel hat das Unternehmen 3 Kanäle über 6 Monate getestet. Instagram ist der klare Gewinner.
Beispiel 2: Ticketverkauf für eine Biotechnologie-Konferenz
Ziel: Sales generieren (Preis pro Ticket: 1.000 $)
| Zeitkosten (50 $ pro Stunde) | Ressourcenkosten | Gesamtkosten pro Woche | Sales pro Woche | Umsatz pro Plattform | Profit pro Plattform | |
| 3 Stunden | 150 $ pro Woche | 150 $ + 150 $ = 300 $ | 0 | 0 $ | -300 $ | |
| 15 Stunden | 750 $ pro Woche | 750 $ + 200 $ = 950 $ | 9 | 9 x 1.000 $ = 9.000 $ | 9.000 $ – 950 $ = 8.050 $ | |
| 4 Stunden | 200 $ pro Woche | 200 $ + 200 $ = 450 $ | 2 | 2 x 1.000 $ = 2.000 $ | 2.000 $ – 450 $ = 1.550 $ |
Hier zeigt der Test, dass LinkedIn der Kanal ist, auf den das Investment konzentriert werden sollte.
Um das Posten auf verschiedenen Plattformen zu vereinfachen, kannst du ein Tool wie Kontentino nutzen. Du kannst dort sogar mehrere Projekte und Brands organisieren, nahtlos zwischen verschiedenen Kunden wechseln und alle visuellen Assets an einem zentralen Ort verwalten.
Fazit: Welche Social Media Plattform solltest du nun wählen?
Was lernen wir daraus? Du musst nicht jedem Trend wie TikTok oder Clubhouse hinterherjagen, nur weil andere es tun. Und du musst auch nicht in jedem sozialen Netzwerk präsent sein.
Jedes Business ist individuell. Erstelle eine Strategie, die zu dir passt, und wähle die Kanäle, die dich wirklich weiterbringen.
Denk daran: Qualität und Konsistenz gewinnen das Rennen.





