Social Media bleibt auch 2020 ein mächtiger Kanal für Marken, um mit ihrer Zielgruppe in Kontakt zu treten. Doch obwohl es effektiv ist, wird es immer schwieriger, wirklich durchzudringen.
Social-Media-Nutzer werden zunehmend zynischer. Übermäßiges Marketing, die Flut an Paid Ads und die Sättigung der Plattformen haben dazu geführt, dass es immer schwerer wird, eine echte Verbindung zur Zielgruppe aufzubauen.
Aber es ist nicht unmöglich.
Lies weiter und erfahre, wie es zu dieser Entwicklung kam und wie du ein zynisches Social-Media-Publikum im Jahr 2020 für dich gewinnst.

Warum so zynisch? Wie Zielgruppen das Vertrauen in Marken auf Social Media verloren haben
Je nachdem, wen man fragt, ist Social Media etwa 20 Jahre alt. Angefangen bei primitiven Netzwerken wie Six Degrees bis hin zu heutigen Apps wie TikTok und Instagram hat Social Media einen weiten Weg zurückgelegt.
Mit dem Wachstum der Plattformen sind auch die Nutzer gereift. Da Social Media ein permanenter und allgegenwärtiger Bestandteil unseres Lebens ist, sind die User müde geworden – besonders wenn es um Brand-Accounts geht.
Das liegt an einer Mischung verschiedener Faktoren. Die Reizüberflutung durch Markenbotschaften (sowohl auf Social Media als auch anderswo) führt zu einem ermüdenden Über-Marketing, bei dem die Leute einfach abschalten.
Gleichzeitig wirken viele Marken-Accounts künstlich und unaufrichtig. Erfahrene Nutzer haben es satt, dass ihnen ständig etwas verkauft werden soll; sie fordern echten Mehrwert statt billiger Sales-Pushes. Infolgedessen sind die Zielgruppen gegenüber Marken auf Social Media zunehmend zynisch geworden.
Ein Wort zur Bedeutung von Kundenbeziehungen
Wie also können Marken bei einem so zynischen Publikum auf authentische Weise punkten?
Die Antwort liegt im Beziehungsaufbau.
Wenn du den weit verbreiteten Zynismus umgehen und dein Publikum erreichen willst, ist es entscheidend, echte Beziehungen zu deinen Kunden aufzubauen.
Beziehungen zu Kunden funktionieren ähnlich wie Beziehungen zu Freunden und Familie – es ist eine Verbindung auf Augenhöhe, die ihr Leben bereichert.
Dieser Mehrwert, in welcher Form auch immer, motiviert dein Publikum dazu, immer wieder zu deinem Profil zurückzukehren, weil sie dort Relevanz und Bedeutung finden.
Fünf Methoden, um ein zynisches Publikum zu gewinnen
Wie also überwindest du den Zynismus und baust eine Bindung auf? Hier sind einige Strategien für den Start:
Etabliere dein Marken-Ethos und deine Werte
Deine Social-Media-Kanäle bieten dir eine Plattform, um direkt zu deinem Publikum zu sprechen. Das ist ein Privileg. Wer es missbraucht, indem er den Feed mit generischen oder platten Werbebotschaften überschwemmt, mindert den Wert dieser Verbindung.
Schau dir dieses Beispiel der umweltfreundlichen Schuhmarke TOMS an:

Sobald du auf der Facebook-Seite landest, siehst du ein klares, aussagekräftiges Titelbild, das hervorhebt, dass 30 % der Gewinne gespendet werden. Damit macht TOMS seine Werte sofort sichtbar und greifbar – selbst für ein ansonsten skeptisches Publikum.
Nutze deine Plattform, um dein Ethos zu vermitteln. Mach klar, wer du bist und wofür du stehst. Letzteres ist besonders wichtig. Jede Marke kann neutral bleiben, aber so erregst du keine Aufmerksamkeit. Definiere die Werte, für die du brennst, und dein Publikum wird aufhorchen.
Setze auf Influencer, um werbeaffine Zielgruppen zu erreichen
Die Rolle von Influencern mag in den letzten Jahren gelitten haben – man denke nur an das Fyre-Festival-Fiasko –, aber sie bleiben einer der besten Wege für Marken, mit neuen Zielgruppen in Kontakt zu treten. Influencer spielen auch 2020 eine Schlüsselrolle, um Social-Media-Nutzer zu begeistern.
Influencer umgehen den Zynismus, indem sie authentische Botschaften vermitteln, denen vertraut wird und die – ganz entscheidend – nicht nach klassischem Branding klingen. Marken können die bestehende Beziehung zwischen Influencern und Followern nutzen, um ihre eigene Glaubwürdigkeit zu stärken.
Strebe eine authentische Voice an, die Menschen verbindet
Ein Teil des Zynismus resultiert aus der Homogenität der Marken. Wenn so viele Brands auf Social Media gleich klingen, lohnt es sich, sich davon zu distanzieren und einen eigenen Weg einzuschlagen.
Nimm zum Beispiel die Getränkemarke Innocent. Sie leistete Pionierarbeit für einen süßen und eigenwilligen Tone of Voice, den viele andere Marken zu kopieren versuchten (mit mäßigem Erfolg). Hier ein Beispiel:
Das ist nicht der übliche Post eines Getränkeherstellers. Er ist humorvoll, ein wenig abgedreht und vor allem: authentisch. Es wirkt nicht glattgebügelt oder voller Corporate Speak – es fühlt sich echt an und hat dadurch eine viel größere Wirkung.
Mittlerweile gibt es zwar unzählige Marken, die diese „einzigartige“ Stimme kopieren, wodurch sie etwas von ihrer ursprünglichen Frische verloren hat.
Einen frischen und einzigartigen Auftritt zu pflegen, ist nicht immer einfach. Es gibt wenig wirklich Neues, und man neigt unbewusst dazu, andere Marken zu imitieren.
Anstatt also krampfhaft das Rad neu zu erfinden, sei einfach ehrlich in der Verwaltung deiner Accounts. Versuche nicht, etwas zu sein, das du nicht bist, und sprich mit deinen Kunden so, wie du es in einem persönlichen Gespräch tun würdest.
Wenn du wirklich authentisch bist und Kunden als Menschen behandelst, nicht als gesichtslose Masse, wird das spürbar sein und sie auf einer persönlichen Ebene erreichen.
Verzichte auf den Hard Sell und biete Mehrwert über alles
Es gibt so etwas wie Über-Marketing. Die direkte Verbindung zur Zielgruppe wird oft missbraucht, indem Unternehmen ihre Follower mit aggressiven Verkaufsbotschaften bombardieren.
Aber zu viel Werbung führt zu Werbeblindheit und verstärkt nur den Zynismus. Das schadet deiner Marke, deiner Branche und vor allem deinen Kundenbeziehungen.
Verzichte daher auf typische Sales-Messages und strebe nach hochwertigem Content mit echtem Mehrwert. Betrachte Verkäufe nicht als das primäre Ziel deiner Social-Media-Aktivitäten – konzentriere dich stattdessen auf ehrliches Engagement und Insights.
Mehrwert hat viele Gesichter und geht weit über Conversions hinaus. Sprich deine Kunden als Persönlichkeiten an, nicht als reine Umsatzziele. So festigst du eine Beziehung, die langfristig Bestand hat.
Sprich dein Publikum als Individuen an, nicht als Kollektiv
Eines der wichtigsten Dinge beim Beziehungsaufbau: Deine Kunden sind Menschen, keine „Opportunities“.
Das bedeutet, deine Kommunikation so zuzuschneiden, dass sie verschiedene Personas anspricht. Deine Buyer Personas spielen hierbei eine Rolle, aber du solltest sie mit den integrierten Analytics der Plattformen kombinieren, um deine Ansprache zu verfeinern. Facebook Insights ist besonders hilfreich, um Personas auf Facebook gezielt anzusprechen.
Erstelle Posts und Content, der genau auf diese Personas zugeschnitten ist. Verreibe diesen Content zeitlich, damit du den Newsfeed deiner Kunden nicht überflutest.
Auf diese Weise sprichst du jedes Segment auf einer tieferen, bedeutungsvolleren Ebene an. Das gibt dem Einzelnen das Gefühl, einzigartig zu sein statt nur Teil der Masse – und genau das lässt den Zynismus schwinden.
Selbst das zynischste Publikum lässt sich mit einer stetigen, fundierten Strategie und Fokus auf Relationship-Building gewinnen. Es braucht Zeit, aber das Ziel lohnt sich. Folge diesen Tipps und baue solide, wertorientierte Beziehungen auf, die den Zynismus überwinden und deiner Marke auch 2020 zum Erfolg verhelfen.




