Seit dem 2. August gelten die Transparenzregeln des EU AI Acts (Artikel 50) für jeden, der KI in professionellen Inhalten einsetzt. Derzeit spalten sich Social-Media-Teams in zwei Lager: die einen, die aus Angst auf jeden einzelnen Post ein „KI-generiert“-Label klatschen, und die anderen, die so tun, als gäbe es das Ganze gar nicht.

Beide Lager liegen falsch. Die eigentliche Pflicht ist eng gefasst, spezifisch und völlig überschaubar – sobald man weiß, wo die Grenze verläuft. Es gibt genau zwei Situationen, in denen ein Label erforderlich ist. Die Höchststrafe bei Fehlern liegt bei 15 Millionen Euro oder 3 % des weltweiten Umsatzes – es lohnt sich also, 20 Minuten Zeit zu investieren.
Hier erfährst du, welche Posts wirklich ein Label benötigen, welche nicht und wie dich unser Audit vor die Konkurrenz bringt.
Wenn du mit KI veröffentlichst, liegt die Kennzeichnungspflicht bei dir – nicht bei deinen Tools
Das Gesetz bezeichnet jeden, der KI beruflich nutzt, als „Deployer“ – das betrifft jede Agentur, jede Marke und jedes Marketing-Team. Aber die sichtbare Kennzeichnungspflicht greift nur in zwei Situationen: Deepfakes (fotorealistische Inhalte, die als echt durchgehen könnten) und KI-geschriebene Texte, die die Öffentlichkeit über Themen von öffentlichem Interesse informieren.
Vorsicht beim zweiten Punkt: Gesundheit, Verbrauchersicherheit und Nachhaltigkeit zählen auch in kommerziellen Inhalten als öffentliches Interesse. Alles andere? Standardmäßig ohne Label.
Der Großteil deines Feeds braucht KEIN Label. Einiges aber definitiv.
Sicher ohne Label:
- Illustrationen, Animationen, offensichtliche Fantasy
- Ein echtes Produktfoto vor einem KI-Hintergrund
- Farb- und Lichtkorrekturen
- KI-entwürfe für Captions, die ein Mensch wirklich umgeschrieben und verantwortet hat
Braucht ein Label:
- Fotorealistische Personen, die nicht existieren (ja, auch komplett erfundene „synthetische Influencer“)
- Eine Stimme, die eine echte Person nachahmt
- Fotorealistische Szenen, die als Aufzeichnung eines tatsächlichen Ereignisses durchgehen könnten
Der Test: „Sieht echt aus + könnte plausibel existieren + könnte über die Echtheit täuschen.“ Wenn alle drei zutreffen, ist ein Label nötig.
Die Plattformen bauen bereits die Infrastruktur
Faustregel: Das Label gehört IN das Visual – Captions überleben kein erneutes Teilen oder einen Screenshot.
Meta hat gerade ein KI-Info-Label zur Instagram- und Facebook-API hinzugefügt, und die EU hat ein kostenloses Set von offiziellen KI-Kennzeichnungs-Icons veröffentlicht (SVG und PNG, keine Quellenangabe erforderlich). Das bedeutet: Offenlegung wird zu einem Standardfeld im Publishing-Workflow, nicht zu einer Fußnote. Teams mit einer klaren Kennzeichnungsregel werden schneller agieren als Teams, die über jeden Post debattieren.
Probier das aus: Das 20-Minuten KI-Label-Audit
- Sortiere deine geplanten Posts der nächsten 2 Wochen in 3 Stapel: keine KI involviert, KI-unterstützt (ein Mensch hat es umgeschrieben und trägt die Verantwortung) und KI-generierte fotorealistische Inhalte.
- Wende nur für Stapel 3 den Deepfake-Test an: Sieht echt aus + könnte plausibel existieren + könnte über die Echtheit täuschen. Alle drei wahr? Dann kennzeichnen – direkt im Asset, auf den ersten Blick sichtbar, ohne Klicken oder Hovern.
- Schreibe eine interne Regel, die dein gesamtes Team auswendig kann: „Wenn es als Abbild der Realität durchgehen könnte, bekommt es ein Label. Wenn wir uns unsicher sind, veröffentlichen wir nicht – wir eskalieren.“

Gut zu wissen: Nutzer-Tests der EU haben ergeben, dass die offiziellen Icons am besten funktionieren, wenn sie mit einem kurzen Textlabel wie „KI-generiert“ kombiniert werden – das Icon allein verwirrte die Menschen.
Hier gibt es die offiziellen Ressourcen
- Offizielle EU-KI-Icons – kostenlos als SVG/PNG, schwarz-weiße Varianten, keine Quellenangabe nötig.
- Metas KI-Info-Label – neu im Changelog der Instagram- und Facebook-API.
- In-App-Optionen zur KI-Offenlegung – Instagram, Facebook und TikTok haben jetzt alle eine. Finde heraus, wo sie liegen.
Compliance ist kein Strategiepapier. Es ist ein Schritt in deinem Approval-Workflow.
Teams, die das gut meistern, haben kein 10-seitiges Memo geschrieben. Sie haben eine Frage zu ihrem bestehenden Approval-Workflow hinzugefügt: „Braucht das ein KI-Label – und ist es im Asset sichtbar?“ Einmal pro Post gefragt, beantwortet vor dem Go-live.
Mit Kontentino kannst du:
- KI-generierte Posts mit internen Labels markieren, damit nichts Fotorealistisches ungeprüft durchrutscht
- Die exakte Live-Vorschau vor dem Approval sehen – damit du sichergehst, dass die Kennzeichnung wirklich sichtbar und nicht versteckt ist
- Sensible Posts über einen zweiten Genehmiger leiten – die „unsicher? eskalieren“-Regel, fest im Workflow integriert
- Einen vollständigen Approval-Verlauf führen – damit die Frage „Wer hat das wann genehmigt?“ mit einem Klick geklärt ist
Baue dein Sicherheitsnetz für Approvals mit Kontentino
Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar – frage im Zweifel immer deinen Anwalt.




